So klappt es doch noch mit dem Schwanger werden!

Kaum zu glauben, dass es Zeiten gab, in denen es als die erste Pflicht wohlmeinender Eltern galt, ihre Töchter vor jeglichem Umgang mit Männern zu schützen, bevor sie ins heiratsfähige Alter kamen. Zu groß war die Wahrscheinlichkeit, schon beim ersten Mal schwanger zu werden.

Heute, etwa 57 Jahre, nachdem die Pille die deutschen Handtaschen erobert hat, haben immer mehr Paare Probleme damit, endlich ihr Wunschkind in den Händen zu halten.

Immerhin kann man davon ausgehen, dass in den Jahren seit der Einführung der empfängnisverhütenden Hormonpräparate etwa 200 Millionen Frauen weltweit mit diesen Medikamenten verhütet haben und weiterhin verhüten. Das hinterlässt seine Spuren.

In unserem Trinkwasser zum Beispiel. Denn aus der Kanalisation gelangt der gefilterte Urin von Millionen hormonverhütenden Frauen in die Seen, Flüsse und Meere dieser Welt und damit auch ins Grundwasser. Der Kreis schließt sich.

Doch auch unsere Nahrung enthält Hormoncocktails, die ungeahnte Auswirkungen auf unseren Organismus haben können. Kein Wunder, wenn es heute manchmal schwieriger ist, schwanger zu werden, als zu verhüten.

Ursachen für unerfüllten Kinderwunsch

Solche Hormone haben ihre Wirkung auf Männer genauso wie auf Frauen. Trotzdem kann man nicht alles nur auf die Außenwelt schieben. Ganz im Gegenteil sollten Sie sich als Paar vertrauensvoll an Ihren behandelnden Arzt wenden, wenn es mit dem Schwanger-Werden nicht klappen möchte.

Bei der Frau können durch Untersuchungen einige mögliche Ursachen abgeklärt werden. Denn auch wenn Sie einen regelmäßigen Zyklus haben, heißt dies noch lange nicht, dass Sie problemlos schwanger werden können.

Die Ursachen, warum eine Frau nicht schwanger werden kann, können sehr vielfältig sein. Die Bandbreite reicht dabei von Infektionskrankheiten über die Einnahme von Medikamenten, die die Fruchtbarkeit beeinflussen, bis hin zu Störungen im Hormonhaushalt. Doch auch Myome und Polypen im Bereich der Geschlechtsorgane können verhindern, dass sich ein Baby entwickeln kann.

Sind Aufgrund einer Infektion zum Beispiel die Eileiter verschlossen, können sich die reifen Eizellen nicht auf ihren Weg hin zur Gebärmutter machen. In manchen Fällen können solche verschlossenen Tuben wieder geöffnet werden. In einigen Fällen ist dies jedoch gar nicht nötig, da der zweite Eileiter noch einwandfrei funktioniert.

Das Hormonsystem, vor allem das der Geschlechtshormone, ist sehr komplex. So ein ausgeklügeltes System kann auch einmal aus der Balance geraten. So kann etwa das Niveau der verschiedenen weiblichen und männlichen Hormone gestört sein, so dass es zu Störungen in der Reifung und Einnistung der Eizelle kommen kann.

Ein weiteres schwerwiegendes und häufig sehr schmerzhaftes Problem, das den Kinderwunsch unerfüllt lassen kann, heißt „Endometriose“. Diese Krankheit, bei der Schleimhaut außerhalb der Gebärmutter zykluskonform auf- und wieder abgebaut wird, als befände sie sich dort, bereitet den Betroffenen meist über viele Jahre hinweg viele Probleme. Von schweren Blutungen bis zu extremen Schmerzen reichen die Beschwerden. Häufig dauert es sehr lange, bis betroffene Frauen Mutter werden können. Einigen bleibt dieser Wunsch aber auch verwehrt.

Auch der Mann kann der Grund sein, wenn es nicht klappen will

Damit ein Mann Vater werden kann, muss er genug gesunde Spermien produzieren. Dazu müssen seine Spermien schnell und beweglich genug sein, um die Eizelle erreichen und durchdringen zu können.

Neben Störungen im Hormonshaushalt, kann auch eine vorausgegangene Mumps-Infektion die Zeugungsfähigkeit des Mannes beeinträchtigen. Doch Mumps ist nicht die einzige Erkrankung, die sich auf die Spermienqualität auswirken kann. Auch Hoden-, Prostata-, Nebenhoden-, sowie Harnröhrenentzündungen können bleibende Spuren an den Spermien hinterlassen. Im Zweifelsfall sollten Sie sich an Ihren behandelnden Arzt wenden.

Zu einer Überwärmung der Hoden und damit zu einer Verschlechterung der Spermienqualität kann es auch durch eine Überwärmung der Hoden kommen. Sei es durch Krampfadern an den Hoden oder eine Sportart, bei der die Hoden immer wieder überwärmt werden, beides schwächt die Spermien. Stimmt die Anzahl der Spermien und auch ihre Qualität, könnte auch eine Verlegung des Samenleiters zu einer Unfruchtbarkeit führen.

Bei beiden Partnern können, geschlechtsunabhängig auch andere Ursachen für ein Ausbleiben einer Schwangerschaft verantwortlich sein. Traumen und psychische Belastungen, wie sie bei starkem Stress auftreten, zum Beispiel. Doch auch körperliche Krankheiten wie Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen oder eine Chemo- oder Strahlentherapie bei einem Tumor verschlechtern die Chancen auf eine geglückte Empfängnis.

Dazu kommen auch einige genetische Ursachen, die den Kinderwunsch versagen. Zu ihnen gehören bei der Frau das Turner-Syndrom und beim Mann das Klinefelter-Syndrom.

Sieben ultimative Tipps, um endlich schwanger zu werden

Waren Sie beide gemeinsam beim Arzt und ist bei Ihnen organisch alles in Ordnung, können Sie die ultimativen Tipps, die wir Ihnen hier vorstellen, anwenden, um Ihre Chancen, schwanger zu werden, erheblich zu verbessern.

 

1) Essen, um schwanger zu werden

Eine ausgewogene Ernährung ist fundamental, damit Sie schwanger werden können. Sorgen Sie für eine ausreichende Versorgung mit den wichtigen B-Vitaminen und allen voran der Folsäure. Dazu essen Sie am besten viel grünes Gemüse, Vollkornprodukte und Kartoffeln.

Dazu achten Sie darauf, genügend der klassischen Radikalefänger, die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K zu sich zu nehmen. Sie sind in Möhren, grünem Gemüse, Milchprodukten, kalt gepressten Ölen und Keimen und Körnern enthalten.

Mit Vitamin C erweisen Sie Ihrem Körper gleich mehrere Gefallen, so dass Sie zusätzlich viele Früchte, Paprika, sowie Beeren essen sollten. Bei den Mikronährstoffen gelten Jod und Selen als Empfängnis-steigernd. Sie sind in Algen, Seefischen, Broccoli, Spinat und Pilzen enthalten. Kochen Sie abwechslungsreich und ansprechend, damit auch Ihr Partner sich an der gesunden Ernährung beteiligen mag. Seine Spermien werden es ihm danken.

2) Ausruhen, um schwanger zu werden

Kinderwunsch und Stress sind zwei Dinge, die sich fast schon ausschließen. Befreien Sie sich lieber von seelisch-emotionalem Stress genauso wie von körperlichem. Nehmen Sie sich lieber Zeit füreinander. Zeit, um auszuruhen. Zeit, die Sie nur sich widmen. Zeit für die Liebe. Zeit, um die Welt um Sie herum einfach einmal wieder vergessen zu können. Es hat schon seinen Grund, warum viele Paare erst dann ein Kind bekommen, wenn Sie die Hoffnung schon vollkommen aufgegeben haben.

3) Regelmäßige Tagesrhythmen, um schwanger zu werden

Sorgen Sie für einen ausgeglichenen Biorhythmus. Vermeiden Sie exzessive, nächtliche Aktivitäten wie Nachtarbeit und lange Partys. Bewegen Sie sich besser viel an der frischen Luft und im Tageslicht. Das sorgt dafür, dass besonders viel von dem Hormon gebildet wird, das den Eisprung auslöst.

4) Auf Genussgifte verzichten, um schwanger zu werden

Beide Partner haben eine deutlich verminderte Fruchtbarkeit, wenn sie zum Beispiel rauchen. Doch auch Alkohol und Drogen können derartig starke Auswirkungen auf den Körper haben, dass eine Empfängnis unmöglich wird. Übrigens sollten Sie als Frau auch nur sehr eingeschränkt Koffein zu sich nehmen. Denn schon ab 5 Portionen Kaffee oder Cola pro Tag wird eine Empfängnis erschwert. Koffein ist auch während der Schwangerschaft kein guter Begleiter, da er eine Frühgeburt auslösen kann. Belassen Sie es bitte beide bei höchstens 1-2 Portionen am Tag, wenn Sie nicht ganz darauf verzichten möchten.

5) Lernen Sie Ihren Zyklus kennen, um schwanger zu werden

Eine reife Eizelle ist nur für 12-18 Stunden nach dem Eisprung befruchtbar. Dagegen haben Spermien eine längere Lebenszeit. Sie können im Körper der Frau für bis zu 5 Tage überleben. Daraus ergibt sich, dass Sie überhaupt nur an 6 Tagen in jedem Monat die Chance darauf haben, schwanger zu werden. Bei den meisten Frauen kommt es zwischen dem 12. und 16. Tag vor der nächsten Blutung dazu. Während bei den meisten Frauen die Zeit zwischen Regelblutung und Eisprung eher variiert, ist es viel wahrscheinlicher, dass die Zeit zwischen Eisprung und nächster Regel eben zwischen 12 und 16 Tage beträgt. Haben Sie mehrere Monate Buch über Ihre Regel geführt, können Sie so sehr gut bestimmen, wann Ihre fruchtbaren Tage liegen. Versuchen Sie in dieser Zeit, also ab 5 Tage vor dem Eisprung, bis zu diesem Tag ungeschützten vaginalen Sex mit Ihrem Partner zu haben. Verzichten Sie dabei am besten auch auf Gleitmittel und sonstige chemische Hilfsmittel, um die Spermienqualität so gut wie möglich zu erhalten.

6) Lernen Sie die Temperaturmethode, um schwanger zu werden

Um mit der Temperaturmethode erfolgreich schwanger zu werden, sollten Sie schon einige Monate vor der gewünschten Empfängnis damit beginnen. Messen Sie jeden Morgen, bevor Sie das Bett verlassen, mit Hilfe eines Fieberthermometers die Temperatur in Ihrer Scheide. Dieser Wert wird Basaltemperatur genannt. Diese Temperatur bleibt meist innerhalb eines sehr begrenzten Bereiches. An dem Tag, an dem die Temperatur merklich ansteigt, hat der Eisprung stattgefunden. Um Ihre Basaltemperatur zuverlässig zu dokumentieren und auszuwerten, können Sie entweder altmodisch ein Tagebuch beziehungsweise eine Tabelle führen oder auch eine praktische Computer- oder Smartphone-App einsetzen.

Haben Sie einen regelmäßigen Zyklus, fällt es Ihnen schon nach wenigen Monaten sehr leicht, zu ermitteln, wann Ihr Eisprung stattfinden wird. Beachten Sie, dass Sie am besten schon einige Tage zuvor mit Ihrem Partner ungeschützten Verkehr haben sollten.

7) Übertreiben Sie es nicht, um schwanger zu werden

Mutter zu werden, ist für eine Frau ein sehr wichtiger Schritt im Leben. Da ist es sehr verständlich, dass sie diesem Ereignis entgegenfiebern. Doch nichts ist derart kontraproduktiv, wie zu viel Druck aufzubauen. Nicht nur, dass Sie Ihren Körper zu sehr unter Leistungsdruck setzen, auch Ihr Partner wird sich schon sehr schnell überfordert fühlen. Denn auch für ihn kommt es schlimmstenfalls jeden Monat zu einer emotionalen Berg- und Talfahrt. Das kann man nicht einfach so abschütteln und tun, als wäre nichts gewesen. Seelische Belastung wirkt sich nicht nur auf die Spermienqualität, sondern auch auf die Lebensqualität und die Manneskraft aus.

Vermeiden Sie diese Dinge, damit es mit dem Baby klappt

Sie gehen nie zum Arzt?

Damit Sie zur entscheidenden Zeit sichergehen können, dass Sie bereit für eine Empfängnis sind, sollten Sie sich schon lange im Vorfeld regelmäßig untersuchen lassen. So vermeiden Sie, dass unerkannte Infektionen im Bereich Ihrer Geschlechtsorgane und des Harnapparats verschleppt werden und nicht richtig ausheilen.  Bei Geschlechtskrankheiten kann es auch sinnvoll sein, Ihren Partner gleich mit behandeln zu lassen. So können Sie sich nicht gegenseitig immer wieder anstecken.

 

Fernreisen wenn Sie Kinderwunsch haben

Wenn Sie schwanger werden möchten, wäre es kein guter Rat, eine Fernreise zu planen. Lange Flüge, Klimaschwankungen und eine Zeitumstellung können Ihren Biorhythmus und damit Ihren Zyklus erheblich und auch länger anhaltend durcheinander bringen. Vertagen Sie eine solche Reise lieber auf später oder warten Sie mit dem Schwanger-werden noch eine Zeit. Auch Tropenimpfungen sind nicht unbedenklich, wenn Sie ein Kind bekommen möchten.

 

Alles tun, um ja schwanger zu werden?

Sie versagen sich jedes Vergnügen aus Angst, Sie könnten Ihre Fruchtbarkeit vermindern. Sie schauen sehnsuchtsvoll jungen Familien hinterher und wünschen sich nichts lieber, als endlich, endlich schwanger zu werden? Vergessen Sie es! Werden Sie lieber ein wenig gelassener. Lassen Sie dem Leben und der Natur ihren Rhythmus. Sie können eh nichts erzwingen, also fügen Sie sich lieber in den Fluss des Lebens.

 

So oft Sex, wie möglich?

Vermeiden Sie, dass Ihr Kinderwunsch zu viel Einfluss auf Ihr Sexleben hat. Denn weder verkrampftes Dauerrammeln noch Sex nach Stoppuhr bringt etwas, wenn Sie wirklich ein Kind bekommen möchten. Denn erstens sollen Liebe und Sex doch auch dann Spaß machen, wenn sie ein Kind zeugen wollen, und zweitens verbessern Sie Ihre Chancen nicht. Denn die Qualität der Spermien nimmt mit der Anzahl der Ejakulationen ab. Es wäre also sinnvoller, ein paar Tage vor dem geplanten Zeugungstermin einige Tag enthaltsam zu leben. So werden am Tag X genügend schnelle Schwimmer am Start sein. Haben Sie Verständnis für Ihren Partner, wenn er auch einmal keine Lust hat, obwohl heute ein erfolgsversprechender Tag wäre. Weder Sie noch Ihr Mann sind eine Maschine, bei der man nur einen Hebel umlegen muss, damit sie startet. Auch Sie selbst müssen nicht auf Knopfdruck Lust haben, nur weil heute die Chancen gut stehen.

 

Vor allem aber bewahren Sie Ruhe und einen gesunden Menschenverstand. Investieren Sie Zeit und Gefühle in Ihre Partnerschaft. Verstärken Sie die Bande zu Ihrem Mann und genießen Sie diese intensive und spannende Zeit.

Viel Erfolg.

 

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